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Geschlossen gegen Zahnlücken im Deich :

Kommunales

Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rülzheim zeigen Schulterschluss. In einer gemeinsamen Stellungnahme wünschen sie Detailänderungen beim Planfeststellungsverfahren zur Deicherhöhung zwischen Sondernheim und Leimersheim.

„Für die gesamte Region ist es ein Erfolg, dass die Deicherhöhung kommt", sagt Leimersheims Ortsbürgermeister Matthias Schardt. Von Beginn an haben die Ortsbürgermeister der betroffenen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Rülzheim konstruktiv zusammengearbeitet, ergänzt Verbandsbürgermeister Reiner Hör. Mit der Einbeziehung der Hördter Rheinaue in das Hochwasserschutzkonzept des Landes sei man einverstanden, weil als erster Schritt die Deicherhöhung zwischen Sondernheim und Leimersheim anstehe. Und das bedeutet „eine Verbesserung des Schutzes der in der Rheinniederung wohnenden und arbeitenden Menschen sowie von Kultur- und Sachgütern", sagen Hör, Schardt, Gerd Rheude (Hördt) und Roland Eiswirth (Kuhardt).

Doch einige Details der Planung wollen die vier Bürgermeister geändert wissen: Wichtigster Punkt für sie ist das Schließen der drei Zahnlücken, die sie grundsätzlich ablehnen. „Da diese eigentlich keinen Sinn machen", sagt Leimersheims Ortsbürgermeister Schardt. Der Deich solle laut Planung von Deichkilometer 30,40 bis 36,46 drei Überlaufschwellen von je 300 Meter Länge haben. Da der Deich nach der Erhöhung einem 200-jährigen Hochwasser standhalten und die dahinter liegende Fläche Reserveraum für ein Extremhochwasser, das darüber liege, sein soll, bräuchte man keine Überlaufschwellen. Auch der Einbau von Spundwänden an den Überlaufstellen entfalle. Deshalb fordern die Bürgermeister eine komplette Erhöhung. Aus ihrer Sicht seien die mobilen Schlauchsysteme, die bei Hochwasser in die Lücken gelegt werden sollen, unsicher. Auch die Pflege, Lagerung, der Transport und die Neubeschaffung seien für die Steuerzahler auf Dauer teurer wie die durchgängige Erhöhung. „Ein Probebetrieb bei Hochwasser ist für die Bevölkerung vor Ort gefährlich", sagen sie.

Geändert werden müsse aus Sicht der Bürgermeister ebenso, dass der Deich zwischen Kilometer 30,95 und 36,15 nicht als untergeordnet angesehen werden darf. Denn er muss einem 200-jährigen Hochwasser standhalten. Die Planung sieht vor, diesen Abschnitt zwar zu erhöhen, doch den rückwärtigen „Schlafdeich", der für den Reserveraum gebaut werden soll, als Hauptdeich zu unterhalten.

Die Ortsgemeinden sprechen sich mit Nachdruck für die Anlieferung des benötigten Baumaterials für die Deicherhöhung über den Wasserweg aus. „Eine Belastung der Ortslagen durch die Zufahrt per Lkw halten wir für nicht hinnehmbar", heißt es in der Stellungnahme. Um Radfahrer vom Baustellenverkehr zu schützen, soll entlang der L 553 vom Hauptdeich bis zur Fähranlegestelle ein Radweg gebaut werden.

Radfahrer die auf dem Radweg Mainz-Straßburg unterwegs sind, müssen zwei Jahre lang einen Umweg von Sondernheim über Hördt, Kuhardt und Leimersheim fahren - denn solange gebaut wird, ist der Bermenweg nicht passierbar. (wim)

Quelle: Rheinpfalz, 10.12.2009

 

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